Spiegel: „Klimaschutz und Klimawandelanpassung zahlen sich ökonomisch und ökologisch aus“

Bereits 15 Kommunen zur Klimawandelanpassung beraten / Rheinland-pfälzisches Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen steht Städten und Gemeinden mit Beratung zur Seite.

2020 war in Rheinland-Pfalz mit einer mittleren Jahrestemperatur von 11,0 Grad Celsius das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Konsequenz: Der Klimawandel ist in den Kommunen und Landkreisen direkt spürbar. Extreme wie Hitze- und Dürreperioden sowie Überschwemmungen durch Hochwasser und Starkregen haben auf lokaler Ebene in den vergangenen Jahren große Schäden verursacht. „Ambitionierter Klimaschutz ist wichtig, um noch dramatischere Entwicklungen zu verhindern. Gleichzeitig müssen sich unsere Kommunen auch an den Klimawandel anpassen – und benötigen dafür Beratung und Hilfestellungen. Genau das macht das rheinland-pfälzische Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen“, sagte Staatsministerin Anne Spiegel heute bei der Abschlussveranstaltung zum „KlimawandelAnpassungsCOACH“.

Das vom BUND geförderte Projekt „KlimawandelAnpassungsCOACH“ der Stiftung für Ökologie und Demokratie e. V. hat in Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und weiteren Partnern 15 Kommunen – von Kirchen an der Sieg, über Trier und Koblenz bis nach Annweiler – in unterschiedlichen Naturräumen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel unterstützt. „Das Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, wie auf lokaler Ebene Anpassung an den Klimawandel gelingen kann. Diese ist wie auch der Klimaschutz nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern zahlt sich auch ökonomisch aus und verbessert die Lebensqualität“, so Spiegel weiter. Die Nutzen-Kosten-Verhältnisse von Investitionen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit liegen zwischen 2:1 und 10:1, stellt die EU-Kommission fest. Das bedeutet, dass jeder Euro, der in Anpassung investiert wird, einen Nettonutzen von 2 bis 10 Euro hat.

Während etwa in städtischen Regionen wie Trier und Koblenz eher die Hitzevorsorge eine Rolle spielte, ging es in Kaisersesch und in Kirchen vor allem um die Starkregenvorsorge und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Von Leitstrategien zur Klimawandelanpassung über ein Bürgerpartizipationsprojekt zur Begrünung eines öffentlichen Platzes, Dach- und Fassadenbegrünungen bis zu Neubauten mit Solar- oder Photovoltaik-Anlage: Die Modellkommunen haben Leuchttürme geschaffen, die auf andere Kommunen übertragbar sind. Spiegel ist überzeugt: „Wirklich jeder Ort kann etwas tun. Dabei können bereits einfache und wenig kostenintensive Maßnahmen, wie öffentliche Trinkwasserbrunnen oder durch Bäume beschattete Plätze zum Schutz vor Hitze, sehr viel bewirken.“

Die bundesweite Aufmerksamkeit und Anerkennung des Projekts hat das Umweltbundesamt durch die Verleihung des „Blauen Kompass“ gewürdigt. Mit dem Preis zeichnet es herausragende Projekte zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels aus. Zudem muss die Initiative zu einer dauerhaften umwelt-, sozial- und zukunftsgerechten Entwicklung der Gesellschaft beitragen.
Das Land plant, Kommunen über das Projekt hinaus durch ein Förderprogramm zu unterstützen und steht allen Städten und Gemeinden durch Beratung auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft zur Seite.

Alle Ergebnisse, Handlungsleitfäden und Ergebnisberichte sind fortlaufend im Klimawandelinformationssystem Rheinland-Pfalz abrufbar unter: www.kwis-rlp.de/coach